Auf den Spuren von Islam, Christentum und Judentum
Im Rahmen des Religionsunterrichts nahmen die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen an einem interreligiösen Spaziergang durch Oberwart und Stadtschlaining teil. An mehreren Stationen erhielten sie Einblicke in die religiöse Vielfalt und die bewegte Geschichte unserer Region.
Im muslimischen Gebetshaus in Oberwart wurden die Jugendlichen von der Familie Shahid herzlich empfangen. Sie erhielten interessante Einblicke in die Bedeutung des Gebets und des religiösen Lebens der muslimischen Gemeinschaft in Oberwart. Ein besonderer Höhepunkt war die Rezitation von Koranversen auf Arabisch durch Fatima Shahid. Darüber hinaus durften die Schülerinnen und Schüler die traditionelle Kleidung des Imams anprobieren und so religiöse Traditionen auf anschauliche Weise kennenlernen. Die offene Atmosphäre bot zahlreiche Gelegenheiten für Fragen und persönliche Gespräche.
In der Reformierten Kirche in Oberwart begrüßte Altpfarrer Guthy die Schülerinnen und Schüler. Anschaulich erzählte er von der Geschichte der Grenzwächter in Oberwart und erläuterte die historische Bedeutung der Reformierten für die Entwicklung der Stadt und der Region. Zum Abschluss und Ausklang wurde gemeinsam ein Lied gesungen.
Ein weiterer Halt war die Gedenktafel der ehemaligen Synagoge in der Ambrosigasse in Oberwart, die an das einstige jüdische Leben in Oberwart vor 1938 und die Vertreibung in der NS-Zeit erinnert.
In Stadtschlaining standen der jüdische Friedhof sowie die ehemalige Synagoge auf dem Programm. Theresia Schmall und David Kalchbrenner vermittelten den Schülerinnen und Schülern auf eindrucksvolle Weise Einblicke in die Geschichte des jüdischen Lebens in Stadtschlaining und die Bedeutung der ehemaligen Synagoge als Ort des Erinnerns und der Begegnung.
Zwischen den einzelnen Programmpunkten gönnten wir uns eine Pause im schattigen Burggarten und durften dort die besondere Atmosphäre von Stadtschlaining genießen.
Zum Abschluss erinnerte Herr Kachbrenner daran, dass das Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften vor 1938 in unserer Region lange zeit von gegenseitigem Respekt geprägt war. Der interreligiöse Spaziergang zeigt uns eindrucksvoll, wie wichtig es ist, an diese Tradition des friedlichen Miteinanders anzuknüpfen und auch heute Offenheit, Verständnis und Dialog zu fördern.
Petra Trauner-Gkratsanlis
Fotos vom interreligiösen Spaziergang
